Weltfrauentag Maja Wolff

Weitermachen. Nicht aufgeben. Selbstbewusst sein.

 

Ich freue mich immer, wenn ich anderen Menschen auf Augenhöhe begegne – das bezieht sich geschlechtsübergreifend auf alle Menschen. Irritiert bin ich, wenn meine Durchsetzungskraft, mein Wissen oder mein Können mit merkwürdigen Attributen assoziiert wird. Ich habe noch nie gehört, dass über einen Mann gesagt wurde: „Er hat viel Energie, ich schätze seine Beharrlichkeit, er gibt nie auf.“ Das sind häufig Erklärungsversuche, um mich als starke Persönlichkeit irgendwie einzufangen.

 

Die Challenge im Job ist es, sich immer wieder in Frage zu stellen. Im größten Druck noch zuhören zu können und den gemeinsamen Weg zu sehen. Ziele immer wieder neu zu definieren. Und – alte Weisheit – das Wesentliche vom Unwesentlichen unterscheiden zu können.

 

Frauen, die auf Vorurteile stoßen, wenn es um ihren Job geht, sollten weitermachen. Nicht aufgeben. Männern immer wieder die Vorteile aufzeigen, die es mit sich bringt, gleichberechtigt zu leben, zu arbeiten. Selbstbewusst sein, sich selbst etwas zutrauen und für sich einstehen. Wir könnten uns alle so viel Ärger ersparen, wenn Achtsamkeit, Wertschätzung und Respekt den Grundton im beruflichen Alltag bestimmen würden. Dann wäre Gleichberechtigung eine Selbstverständlichkeit.

 

In das Management bin ich komplett hineingewachsen. Ich habe immer die neuen Aufgaben und Herausforderungen angepackt, die gerade vor mir lagen. Davor war ich als Künstlerin selbständig - jetzt bin ich Künstlerin und Geschäftsführerin einer GmbH.

 

Gleichberechtigung beziehungsweise Benachteiligung sind tägliche Themen, weit über die eigene überschaubare Welt hinaus. Ich glaube, bevor Männer ihr altes Rollenmuster nicht aufgeben, wird Emanzipation niemals in Gänze gelingen. Und das gilt auch für jede Form der Diskriminierung. Es sind die Worte einer Beatrix von Storch, die wie Eiswürfel durch den Bundestag fliegen und jegliches Feingefühl vermissen lassen. Das steht ja für etwas – wenn ohne jeglichen Verstand an altem Kram festgehalten wird, koste es, was es wolle. Diese Haltung hinterlässt mich mal wütend, mal traurig.